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Dein SOS-Plan für den Wutmoment
Du hast es dreimal ruhig gesagt. Beim vierten Mal schreist du. Für genau diese zehn Sekunden vor dem Schreien gibt es diesen Plan: fünf Schritte auf einer Seite, mit Platz für deine eigenen Sätze. Ausdrucken, ausfüllen, an den Kühlschrank.
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Was auf dem Zettel steht
Fünf Schritte, zehn Sekunden, deine Worte
Zwischen deinem ersten Körperzeichen und dem Schreien liegt ein kleines Fenster. Das ist der Raum zwischen Reiz und Reaktion, und genau dort führt dich der Plan hindurch. Die Schritte eins bis vier sind deine zehn Sekunden. Der fünfte gehört dazu, sobald wieder Ruhe ist.
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Merk dein Körperzeichen
Kiefer fest, Schultern oben, die Stimme wird spitz. Dein Körper meldet sich vor deiner Stimme. Dein Zeichen steht auf dem Zettel.
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Sag deinen Stopp-Satz. Laut.
Er unterbricht dein Programm genau in der Sekunde, in der es losrennen will.
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Atme einmal wie der Kreis
Ein, kurz halten, lang aus. Das lange Ausatmen ist deine Bremse.
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Gib der Energie einen Ausgang
Stampfen, kaltes Wasser, Handflächen gegeneinander. Deine Entladung steht auf dem Zettel.
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Komm zurück und schließ den Moment
Auf Augenhöhe, mit deinem ersten Satz danach. Und wenn du doch laut geworden bist: kurz und ehrlich wieder gutmachen.
Vier Zeilen bleiben auf dem Zettel leer: dein Körperzeichen, dein Stopp-Satz, deine Entladung und dein erster Satz danach. Die schreibst du selbst hinein. Ein Plan in deinen Worten ist ein Plan, den dein Körper im Sturm findet.
Für wen
Für dich, wenn du
- laut wirst, obwohl du es nicht willst,
- im Wutmoment keinen klugen Gedanken mehr fassen kannst,
- danach im Flur stehst, mit diesem nagenden Gefühl im Bauch,
- und etwas brauchst, das in genau diesen Sekunden greift.
Der SOS-Plan ist Erste Hilfe. Er ist für dich, kein Trick fürs Kind. Und wenn du im Sturm bei dir bleibst, verändert sich oft auch, was danach kommt.
So nutzt du ihn
Ausdrucken, aufhängen, üben
Schritt eins
Ausdrucken und ausfüllen
Nimm dir fünf Minuten in einem ruhigen Moment. Welches Zeichen kommt bei dir zuerst? Welcher Stopp-Satz fühlt sich nach dir an? Schreib es mit der Hand hinein.
Schritt zwei
Dorthin hängen, wo es heiß wird
Kühlschrank, Garderobe, Badezimmerspiegel. Ein Plan, den du täglich siehst, erinnert dein System schneller, als es dein Kopf im Sturm je könnte.
Schritt drei
Üben, solange nichts brennt
Sag deinen Stopp-Satz einmal am Tag laut vor dich hin. Am Anfang gelingt dir der Plan einmal von fünf Malen. Dann zweimal. Immer öfter.
Zum Vertiefen
Übe deinen Plan einmal mit mir
Der Zettel ist die Kurzfassung. Im Thema Wie bleibe ich gelassen, wenn mein Kind nicht hört? gehst du deinen Plan einmal komplett durch: mit meiner Anleitung, einem Kreis, der mit dir atmet, und einem Probelauf von drei Minuten, in dem dein Körper jeden Schritt einmal kennenlernt. Dazu erfährst du, warum ein Plan funktioniert, wo Vorsätze scheitern.
Zum SOS-ThemaUnd wenn du zuerst verstehen willst, woher deine Wut überhaupt kommt: Warum schreie ich mein Kind an?
Weiter auf deinem Weg
„Zehn Sekunden reichen."
Wenn dein Körper den Weg schon kennt. Dafür gibt es diesen Zettel. Und dafür gibt es mich auf Instagram: kleine Impulse für deinen Alltag, und alle zwei Wochen ein neues Thema, dort zuerst. 🤍
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Und wenn die Wut fast jeden Tag da ist, dann verdient das mehr Halt als ein Zettel am Kühlschrank. Dann darfst du dir Begleitung holen: jemanden, der dich und deine Situation wirklich sieht und mit dir von der Theorie in die Praxis geht. Lass uns kennenlernen. Ich freu mich auf dich. 💛
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Alles Liebe, Miriam